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Zeit einmal inne zu halten – Besinnung und der Blick zurück

um die Welt zu dir selbst
Reisen die verändern: Um die Welt zu dir selbst! mit Projekt 360
30. November 2017
 

Der Jakobsweg und die Weihnachtszeit - Gelegenheit zur inneren Einkehr und Besinnung

I mmer nach vorn schauen. Es muss ja weiter gehen. Das Ziel fest vor Augen. Einen Schritt nach dem anderen.
So und ähnlich kennt sicher jeder von uns die eigenen Durchhalteparolen des Alltags oder die Aufmunterung und Motivation von Freunden, Verwandten und Kollegen.
Vorwärts - das ist die Devise. Voran kommen. Nur nicht stehen bleiben.
Unser Leben ist vielfach zu einem Wettlauf geworden. Ein Termin jagt den anderen. Eine Fortbildung folgt der nächsten. Ein Projekt löst ein weiteres ab und Jahr für Jahr vergeht die Zeit gefühlt immer schneller.
Unser Blick und Fokus ist dabei für gewöhnlich immer vorwärts gerichtet. Auf das was vor uns liegt. Auf das was kommt. Auf das was wir erreichen wollen. Unser Ziel. Und das ist gut und richtig. Aber manchmal... manchmal da ist es Zeit für den Blick zurück.

Als ich dieses Jahr auf dem Jakobsweg in Brandenburg im beschaulichen Örtchen Sieversdorf Station machte, wurde ich auf ein Detail aufmerksam gemacht, dass ich offen gestanden selbst nicht bemerkt habe oder hätte. Denjenigen von euch, die bereits einmal einen Jakobsweg gepilgert sind, ist sicher - bewusst oder unbewusst - aufgefallen, dass ihr diesem im Grunde immer westwärts folgt. Die Jakobswege führen uns nach Santiago de Compostela oder sogar bis nach Finisterre. Und beides liegt nunmal im Westen. Jeden Tag auf dem Pilgerweg richten wir unseren Blick und Schritt in immer die gleiche Richtung. Stunden, Tage, Wochen, manchmal Monate. Am Weg kehren manche von uns oftmals in den kleinen und großen Kirchen und Kathedralen ein, die so zahlreich entlang der Jakobswege zu finden sind. Welches Motiv auch immer uns zu einem Besuch der Gotteshäuser bewegt, eines ist für uns alle gleich:

Wenden wir uns zum Altar, so schauen wir in Richtung Osten. Wir bleiben stehen, halten inne und blicken zurück. Dorthin, woher wir kommen. Auf den Weg, den wir bereits gegangen sind. Die Zeit, die hinter uns liegt. All das, was wir erlebt haben. Was wir geschafft und erreicht haben. Auch das, was wir versäumt haben. Fehler die wir begangen und Erfolge die wir gefeiert haben. Menschen, die unseren Weg kreuzten und die uns ein Stück weit begleitet haben oder immer noch begleiten. Auf traurige Momente und schöne Zeiten. Auf all unsere bisherigen Erfahrungen. Auf uns. Ich selbst habe auf meinen Wegen viele Kirchen besucht. Und fast immer habe ich natürlich auch die oft prächtigen und manchmal schlichten Altäre angeschaut und häufig bestaunt. Aber nie wäre mir bewusst aufgefallen, dass ich mich zurück wandte. Nie habe ich mir die Zeit genommen auf mich selbst zu schauen. Auf meinen zurückgelegten Weg. Sei es nun mein Jakobsweg oder auch mein Lebensweg. Dieser Moment in der kleinen Dorfkirche in Brandenburg hat mein Wandern verändert. Wenn ich jetzt auf meinen Wegen eine Kirche betrete und meinen Blick zurück nach Osten richte, dann halte ich inne. Und bin still. Erinnere mich der letzten Tage, Wochen und manchmal Jahre und bin dankbar. Dafür wie weit ich gekommen bin und was ich alles auf meinem Weg erleben durfte. Oder musste. Es war nicht immer alles gut. Aber vieles. Sehr vieles. Und immerhin bin ich jetzt hier. Ganz egal wie beschwerlich es vielleicht manchmal auch war. Ich habe es geschafft. Alles.

„Weihnachtszeit und Jakobsweg - Zeit der Einkehr, Zeit der Besinnung”

 

Das gilt auch für dich! Ganz gleich wie jung oder alt du bist. Bis hier her hast du es geschafft. Und das ist wunderbar. Du bist deinen Weg gegangen und du wirst ihn weiter gehen. Der Jakobsweg ist sinnbildlich wie ein Lebensweg. Weit, oft beschwerlich, manchmal unglaublich schön. Einsam, gesellig, leise und laut. Manchmal mit Krankheit und Verletzungen, mit großen Emotionen und für manche - aber die sind die Ausnahme - auch einfach ohne jegliche Blessur. Begegnungen, Enttäuschungen, Liebe, Frust und große Emotionen. Wunderbar herrliche Momente des puren Glücks und überaus anstrengende und frustrierende Tage. Für manch einen geht es alles glatt an einem Stück - manch anderer braucht länger, hat Unterbrechnungen und kommt vielleicht nie an. Aber jeder geht seinen Weg. Auf seine Art. In seinem Tempo. Mit seinem physischen und mentalen Gepäck.

Jetzt wo das Jahr sich dem Ende neigt, machen viele von uns Pläne für das nächste. Wir haben gute Vorsätze und schauen hoffnungsvoll und vorfreudig in die Zukunft. Vielleicht sagt der ein oder andere auch: „Es kann nur besser werden!“ und wünscht sich die Dinge anders als bisher. Aber was auch immer du empfindest, wenn du an die Zukunft denkst - heute möchte ich dich einladen einmal inne zu halten und zurück zu schauen. Einen ruhigen Moment lang einfach einmal den Blick zurück schweifen zu lassen und daran zu denken was bereits alles hinter dir liegt. Was du alles erlebt hast, geleistet hast, geschafft hast. Wo du gewesen bist, wen du getroffen hast, was du besonders schön fandest. Aber auch daran, was dich traurig gemacht hat und was Narben hinterlassen hat. Denke daran, was für eine Kraft und Energie du hast um all das zu erleben und zu verarbeiten. Ob du es nun aktiv gestaltet oder passiv erlebt hast. Ganz egal. Deine Energie wird dich weiter tragen. Es liegt noch vieles vor dir. Jeden Tag. Jedes Jahr.


"Manchmal ist es der Blick zurück, der uns zeigt, wie weit wir gekommen sind."

 

Wir wissen nicht, was der nächste Tag oder das nächste Jahr bringen. Aber wir dürfen wissen, dass wir es schaffen. Weil wir auch alles andere geschafft haben. Und auch die Zukunft hat noch viel schönes für uns. Freuen wir uns darauf und seien wir dankbar für das was war.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Freude und Kraft auf deinem Weg - wo auch immer er dich hinführt! Hab Vertrauen. Hab Mut. Glaub an Dich! Von ganzem Herzen als Mensch und Pilger wünsche ich dir einen „Buen Camino“ - einen „guten Weg“ und schöne, besinnliche Weihnachtstage!

Für das neue Jahr begleiten dich meine besten Wünsche und ich sende dir herzliche Grüße und freue mich, wenn du weiterhin mit liest und gerne auch kommentierst oder sogar deine Geschichte beiträgst. Wenn du magst, schau doch gern bald auch einmal bei meinem „Rückblick 2017 -Ausblick 2018“ vorbei und sieh dir an, was dieses Jahr alles war und was nächstes Jahr kommt. Viel Spaß! Alles Liebe Dein Jonas

 

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