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Post in Bilbao – Tag 7 auf dem Jakobsweg Küstenweg

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Irgendwie ist es ja Luxus, echte Jakobsweg-Dekadenz, diese Zimmer exklusiv für uns drei Pilger...

Der entspannte Abend gestern und die ruhige Nacht haben für echte Erholung gesorgt. Ich zumindest strotze vor Energie und Tatendrang. So langsam habe ich mich auch daran gewöhnt morgens nicht erst einmal zu duschen. Zum richtig wach werden ist ohnehin ein Kaffee immer noch erste Wahl. In der Hostel-Küche ist schon reger Betrieb. Überall Franzosen. Nun - da es hier nur die üblichen kleinen eingeschweißten Kuchen und etwas Toast mit Marmelade gibt, müssen auch die verwöhnten Gaumen der Feinschmecker aus der "Grande Nation" nehmen was es gibt. Im Zweifel ist immer mindestens irgendeine Sorte Obst da.
Mal wieder fällt mir auf, dass die französische Sprache einfach wirklich wunderbar klangvoll ist. Kaum möglich, sich von einem Gespräch unter Franzosen gestört zu fühlen.
Dafür sind die Toaster hier echt gewöhnungsbedürftig. Außerdem teilweise defekt. Erinnern mich eher an einen Tischgrill. Die Brotscheiben werden einfach drauf gelegt. Als es qualmt wird mir dann auch bewusst, dass es hier keine automatische "Auswurf-Funktion" gibt. Naja - nächster Versuch. Diesmal gelingt es besser und ich kleckse etwas viel zu süße Marmelade auf mein Grill-Brot. Immerhin etwas im Magen bevor es losgeht.
Sarah kommt fertig bepackt aus dem Zimmer und deckt sich mit Obst ein. Sie will hier nichts essen. Also los...

Linda hat sich verabschiedet und bleibt noch im Bett. Sie wird hier von Bilbao aus abreisen. Bleiben demnach Sarah und ich und das Ziel für heute: Pobena.
Aber zu aller erst habe ich noch etwas zu erledigen!

Bereits gestern als wir durch die Stadt streiften sind sie mir mehrfach aufgefallen. Die "Correos"-Schilder. Spanische Post! Und genau da geht es jetzt schnurstracks hin. Nachdem ich mich bereits gestern von meinen Prinzipien verabschiedet habe, werde ich mich heute von einem Großteil meines Gepäcks verabschieden. Alles was ich in der vergangenen Woche nicht gebraucht habe soll nach Hause fliegen. Ohne mich.

Direkt an der wundervollen Promenade am Fluss Nervion stiefeln wir gut gelaunt in eine Post-Filiale und Sarah erweist sich zum wiederholten Male als Begleiterin von unschätzbarem Wert. Während ich den gesamten Inhalt meines Rucksacks auf dem Boden der Post-Filiale drapiere und nun nach Sinn und Unsinn neu sortiere, erklärt Sarah dem freundlichen Postangestellten wortreich und unter viel Gelächter unser bzw. mein Anliegen. Er legt Formulare bereit und reicht uns ein Päckchen. Viel zu klein. Nächste Größe. Auch zu klein. Der dritte Versuch klappt und wir alle sind gespannt, wie viel die Waage wohl für dieses PAKET anzeigt.

Sieben Kilo.

7 Kilo!!! 7000 Gramm unnötiger Ballast aus Empfehlungen findiger Outdoor-Händler und meiner eigenen Angst bzw. meinem Sicherheitsbedürfnis.
Jetzt interessiert mich natürlich brennend auch der Preis für den Versand nach Deutschland. Grad fällt mir noch ein, dass ich im Vorfeld gelesen habe, dass man sogenannte "Pilgerpakete" relativ günstig nach Santiago schicken kann um die Sachen dort wieder einzusammeln. Aber ach... ich will es einfach nur noch los sein.
48,54€. Stolze Summe für Dinge, die ich NICHT haben will bzw. haben muss. Egal. Ich zahle mit Freuden.

Schnell die Quittung und Belege verstaut und jetzt den Rucksack auf! Was für ein Gefühl... Fast um die Hälfte des Gewichts reduziert habe ich für den Moment den Eindruck den Rucksack überhaupt nicht mehr auf dem Rücken zu tragen. Für einen Augenblick will mich der Ärger über die unnötige Schlepperei der letzten Woche überkommen. Aber nur ganz kurz. Dann überwältigt mich die Freude! Und die Erleichterung. Die ersten Schritte laufe - nein schwebe - ich und in mir baut sich das Bild eines Heißluftballons auf: Ballast abwerfen um höher zu steigen!
Ich fühle mich leichter, beschwingter. Irgendwie freier. Nicht nur um die Kilos meines überflüssigen Gepäcks befreit - nein, ich habe gerade Sorgen und Ängste in dieses Paket gelegt. Und Vertrauen gewonnen. Und Mut. Beides setzt unmittelbar Energien frei. Ich bin begeistert und verwundert zugleich. So bewusst habe ich einen solchen Prozess noch nie erlebt. Ich versuche mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal so ein Gefühl von Leichtigkeit verspürt habe. Wann bin ich überhaupt mal sorgenfrei und ohne "Notfallplan" einfach drauf los? Keine Ahnung - ich erinnere mich nicht. Jetzt aber ist ein solcher Moment! Fühlt sich das guuuut an.

Heute ist einfach alles wunderbar. Die Sonne lacht. Sarah lacht natürlich auch. Bilbao ist an dieser Stelle ebenfalls wunderschön. Mein Rucksack ist kaum noch zu spüren. Die Sorgen sind weniger. Ich freue mich auf den Tag und all die Tage die noch kommen. Auch oder gerade ohne Pacsafe und Co.

Pfeifend und voll positiver Energie laufen wir den Fluss entlang in Richtung Meer. Erstes Teilziel: Portugalete.

 
Bilbao gefällt mir. Ich glaube in dieser Stadt könnte ich mich wohlfühlen. Zumindest eine Zeit lang.

Gerade ist wieder so ein Moment in dem ich wie so oft bedauere, nicht alle Orte dieses Planeten in einer Lebenszeit besuchen zu können. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu sehen.
Wie jetzt, wo die schillernde Fassade des Guggenheim Museums auf der anderen Seite des Flusses erscheint. Was für ein Bauwerk. Es ist eines dieser faszinierenden menschlichen Meisterwerke, die, wenn sie im Bild erscheinen, alles drum herum vergessen machen. Ich verharre und lasse mich einmal mehr beeindrucken. Fließende Räume deren Strukturen sich unmittelbar in der Fassade wiederfinden. Kalte Materialien für organische Formen - dekonstruktivistischer Stil. Gehry hat hier Großes geschaffen.

Sarah hat indes nur Augen für "Mother" - diese etwas groß geratene Spinne vor dem Museum. Wir versichern uns gegenseitig beide keine Spinnenfreunde zu sein und bleiben einfach auf dieser Seite des Flusses. Ohnehin haben wir heute ja noch einige Kilometer vor uns.
In Bilbao und auch hier entlang des Flussufers fallen mir immer wieder alte Ruinen oder besser Mauerreste auf, die überwuchert und unscheinbar zwischen den modernen Fassaden überdauert haben. Irgendwann komme ich zurück und finde heraus was es damit auf sich hat. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse? Denkmäler? Schön, wenn man Zeit hat sich mit solchen Fragen zu beschäftigen.
Wir schlendern eher als das wir laufen. Und weil sich ohnehin heute alles wie Urlaub anfühlt, setzen wir uns auch gleich mal vor einem kleinen Eck-Kiosk in die Sonne. Kaffe-Pause. Weit sind wir nicht gekommen, stellen wir lachend fest. Aber ach... der Tag ist jung, die Laune prächtig und wir wissen uns in guter Gesellschaft.

Nach und nach wird die Umgebung industrieller und dementsprechend trist. Entlang unzähliger Gewerbebauten und voller Straßen folgt der Weg dem Fluss. Schön ist es hier jetzt nicht mehr. Irgendwie scheint dieser Wechsel der Umgebung auch auf das Gemüt zu schlagen. Unsere Gesprächsthemen werden zunehmend ernster. Sehr persönlich. Während wir so über Asphalt und graue Gehwegsplatten trotten, sprechen wir über Zukunftsaussichten, Moral, Erwartungen des sozialen Umfeldes, Ansprüche an Beziehungen, unseren Platz und unsere Verantwortung in dieser Welt und Gesellschaft, Religion und vieles mehr, was uns bewegt. Diese Unterhaltung fesselt mich... Wieso reden wir über so persönliche Dinge? Wieso so offen? Wo sind die Floskeln und der gewohnte einheitliche Smalltalk? Wir sind uns eigentlich fremd. Vor einer Woche das erste Mal zufällig begegnet. Und jetzt vergeht Stunde um Stunde und es überkommt mich das Gefühl als kenne man sich schon ewig. Warum gehen wir Menschen nicht immer und überall so miteinander um? Wie viel interessanter wäre das "Kennenlernen". Sicher, auch anstrengender - denn solche Themen und ein solches Annähern erfordern echtes Zuhören und ehrliches Interesse. Mir wird klar, dass ich gerade wieder etwas lerne. Über mich. Und über das miteinander. "Pilgern ist schon etwas anderes als Flanieren oder Spazierengehen", denke ich und höre Sarah weiter zu. "Vielleicht werde ich auf diesem Jakobsweg ein etwas besserer Mensch", schiebt sich noch ein weiterer etwas augenzwinkernder Gedanke dazwischen.
Und weiter geht es

Weitere Kaffeepausen, unzählige hässliche Gebäude und ein, zwei kritische Blicke in den Reiseführer später erreichen wir den eleganten Ort Getxo und sehen bereits die imposante Hängebrücke, die sich 50 Meter hoch über den Fluss spannt. Eigentlich ist uns schon wieder nach einer Kaffee-Pause, aber da wir heute so unheimlich langsam voran gekommen sind einigen wir uns darauf zumindest schon einmal das Ufer zu wechseln bevor wir wieder irgendwo einkehren. Die Fahrkartenautomaten sind schnell gefunden. 40 Cent. Lächerlich. Wenn ich könnte, würde ich dem Automaten großzügig auf 50 Cent aufrunden. Da er aber auch nicht Danke sagen würde, lasse ich es natürlich. Dafür schließe ich die Hängebrücke, wie auch alle bisherigen spanischen öffentlichen Verkehrsmittel, dankbar in mein Herz. Das Café auf der anderen Straßenseite ist aber auch wirklich verlockend und - ach ne - da sitzt auch schon wieder sie mit dem roten Rucksack. Entspannt in der Sonne. Wir winken. Kurz überlege ich, doch auf einen Kaffee rüber zu gehen. Aber nein, der Plan heißt: Anderes Ufer! Und ab in die Gondel.

Inmitten geschäftiger Spanier ist die Überfahrt weder besonders aufregend noch nostalgisch und darüber hinaus auch ziemlich schnell vorbei. Drüben angekommen holen wir uns ein klebriges Eis am Stil, setzen uns auf eine Bank und schauen nun von dieser Seite auf das andere Ufer. Von Eile keine Spur.

Plötzlich steht vor uns ein bis dato unbekannter Pilger mit hochrotem Kopf. Sein Outfit verrät ihn sofort als Deutschen. Und mein gelber Reiseführer und wer weiß, vielleicht auch mein Outfit, mich. Er redet sofort unheimlich schnell und viel auf uns ein, sodass ich zwar höre, dass er sich zwischendrin auch namentlich vorstellt, aber ich direkt wieder vergesse, wie er heißt. Passiert mir nie. Nun ist es soweit. Tut mir direkt leid, aber ich komme nicht dazu nochmal zu fragen. Dafür kenne ich kurz darauf im großen und ganzen seine Lebensgeschichte. Nun ist er Mitte 70 und wurde im letzten Jahr am Herzen operiert. Ich bin sprachlos. Und ehrlich beeindruckt. Etwas verschämt denke ich an meine "Qualen" der letzten Tage und beschließe zukünftig an diesen guten Mann zu denken, wenn ich mal wieder im Begriff bin mich zu beschweren. Er überlegt hier zu rasten, oder weiter zu gehen und ist unschlüssig ob Herberge oder Hotel. Ob wir den Weg wüssten und er könne uns die Pfeile zeigen und wünsche uns einen guten Weg und er wolle dann auch wieder weiter. "Buen Camino!" schaffen wir zwei ihm gerade noch hinter her zu rufen und dann essen wir schweigsam unser Eis auf.

Einige Straßen weiter geht es hier jetzt sehr steil bergauf. Aber - ich wollte dem Reiseführer kaum glauben - hier gibt es tatsächlich eine Freiluft-Rolltreppe, die uns einige hundert Meter bergauf wandern erspart. Wer Bus fährt, kann auch Rolltreppe fahren. Eh alles zu spät - Spaß muss sein!

Den restlichen Teil der Stadt durchwandern wir weiterhin gut gelaunt und kommen bald an ein beeindruckendes Autobahnkreuz. Für mich beeindruckend. Für europäische Maßstäbe beeindruckend. Sarah schaut mich sichtlich irritiert an, als ich irgendwas von "impressive highway-crossing" fasele. Autsch. Amerikanerin. Nun, auf eigens für Fußgänger und Radfahrer angelegten Brücken überqueren wir das gar nicht sooo beeindruckende Autobahnkreuz und sind nach kurzer Strecke bergauf wieder bereit für die nächste Pause. Langsam wundere ich mich, dass wir unsere Pause heute überhaupt durch etwas Wandern unterbrochen haben. Aber auch dieses Fleckchen Spanien lädt einmal mehr zum Verweilen ein. Hohes, grünes Gras unter frühlingsfrischen Bäumen und blauem Himmel. Pilgerherz, was willst Du mehr? Also Rucksack runter und lang hinlegen - mitten ins Glück. Während wir so entspannt die Zeit verstreichen lassen schließt - wie soll es anders sein - sie mit dem roten Rucksack auf und setzt sich - ebenfalls entzückt von diesem Ort - zu uns.

Neueste Lektion meines Jakobsweges: Ballast ablegen!

 

Gemeinsam machen wir uns auf den Weg und nun endlich erfahre ich, dass sie Tine heißt. Kurz darauf gesellt sich noch eine weitere Pilgerin zu uns. Ebenfalls deutsch. Sarah gibt vergnügt ihre kürzlich erworbenen deutschen Schlager-Kenntnisse zum Besten. Schlager kommen aber definitiv bei ihr besser an, als bei den beiden deutschen Mädels. Komisch. Die Verständigung auf Englisch funktioniert auch so ganz gut und die restliche Strecke geht es jetzt zügig bergab bis ans Meer! Endlich. Von hier aus ist es kaum noch ein Kilometer bis zur Herberge in Pobena und so genießen wir noch etwas die Weite und die herrliche Luft. Und natürlich heißt es: Schuhe aus und ab ins Wasser! Also die Mädels... ich bleibe beim Gepäck. Braver Hund!

Auch wenn es schwer fällt uns vom Meer zu trennen, wollen wir doch irgendwann heute noch in der Herberge ankommen und so machen wir uns zusammen auf den letzten Kilometer für heute. Am Strand entlang erreichen wir schnell die Herberge von Pobena.
Davor sitzen in der Sonne einige Pilger. Inzwischen viele bekannte Gesichter. Josefien ist da, Lisa und Thomas und der ein oder andere, den ich nun auch schon ein ums andere Mal irgendwo gesehen oder getroffen habe. Zuerst wird uns allerdings erst einmal von allen Seiten zu Verstehen gegeben, dass die Herberge komplett voll sei. Ernsthaft? Komplett belegt? Jetzt schon? Es ist doch erst früh am Abend! Und ich habe doch heute morgen extra mein Zelt, meine Isomatte und all den überflüssigen Kram weggeschickt. Murphey - ich liebe Dich! Eine Woche konnte ich schlafen wie und wo ich wollte und heute, wo ich mich von meinem Notfallbett getrennt habe, soll ich als Obdachloser enden? Großartig. Um uns herum wird es jetzt aufgeregt. Der Hospitalero, andere Pilger - jeder hat Ideen und Vorschläge. Irgendjemand anderes lässt sich wohl gerade in den nächsten Ort fahren. Lisa und Thomas bieten ihr Zelt an und irgendwie kommt auch noch die Pension nebenan zur Sprache.
Aha! Es gibt hier also noch eine Pension. Koste es was es wolle - ich bin willig es zu bezahlen. Wir trotten also zu viert rüber zur Pension um dort wiederum fest zu stellen, dass auch diese geschlossen ist. Und schon wieder rettet uns Sarah. Draußen auf dem Schild der Pension ist eine Telefonnummer angeschrieben. Darüber erreicht Sarah die Eigentümerin, die auch kurz darauf erscheint und uns zwei herrliche Hotelzimmer aufschließt. Richtige Betten, tolle Bäder, Waschmaschine und... perfekt!

Wir teilen uns auf, schmeißen unsere Wäsche zusammen und verabreden uns zum gemeinsamen Essen im Restaurant um die Ecke.
Da die Mädels noch warten wollen bis die Wäsche fertig ist, schlendere ich schon mal rüber zur Herberge und geselle mich zu den anderen. Als emanzipierter Mann die Frauen mit der Wäsche allein zu lassen kann ich mit meinem Gewissen grad so vereinbaren - immerhin hab ich vorhin am Strand das Gepäck bewacht. Jawoll.

Sarah ist kurz darauf ebenfalls dabei.
Vor der Herberge sitzen wir nun mit Lisa und Thomas und trinken gemeinsam Wein aus Plastik-Bechern. Mit dabei auch neue Freunde! Kerry aus Australien: Hello! und Paul - ein Ire. Ich verstehe ehrlich gesagt kein Wort von dem was er erzählt. Aber er erzählt pausenlos und von daher scheint ihm unsere Unterhaltung, die aus seinen Geschichten und meinem "hmm, hmm", "yes", "aah", "of course" und "ok, I see" besteht, ganz gut zu gefallen. Nach und nach gewöhne ich mich an den Dialekt und ich verstehe Zusammenhänge. Ein cooler Typ. Wir werden uns verstehen - so und so. Da bin ich mir sicher. Kerry ist zauberhaft. Fröhlich und charmant mit Pfiff und Witz. Es fällt mir schwer ihr Alter zu schätzen. Fragen verbietet meine Erziehung.
Die Stimmung ist gelöst, der Wein schmeckt auch aus Plastikbechern und ich merke, wie ich total entspanne. So sitzen wir hier nun auf der kleinen Steinmauer vor der Herberge mit den letzten Strahlen der Abendsonne - Pilger aus aller Herren Länder, fremd und doch vereint durch den gemeinsamen Weg. Ich mag das total. Als unsere beiden letzten Mädels aufschlagen gehen wir alle gemeinsam rüber ins scheinbar einzige geöffnete Restaurant. Hier ist gut was los. Man stellt uns Tische zusammen und wir können zwischen verschiedenen Pilger-Menus wählen. Zu jedem Menu gibt es obendrein eine Flasche Wein. Nachdem wir ungläubig nochmal nachfragen und bestätigt bekommen, dass es wirklich zu jedem Menu eine Flasche gibt, ahne ich, wo das heute endet. Zumal der Wein, den wir gerade draußen schon tranken bereits wirkt. Und einige hier wollen nichts, oder nur wenig trinken. Na dann: Prost! Wir essen, lachen und trinken. Glücklich, laut und viel.
Die erste Flasche ist schnell leer. Ess folcht Nummmaa szweii un draaaieh und... irgendwie lande ich auch in diesem wunderbar weichen Pensionsbett. Biss moorschen...

 

Neugierig was vorher war?

Tag 6 Prinzipien adé
 

Weiter gehen!

Tag 8 Die Gefährten

4 Comments

  1. claus sagt:

    Yo Jonas (.-) comme est’as hombre? (.-)

    ich habe mit Spannung die ersten 7 Tage gelesen und jetzt gehts nicht weiter?!?!?

    ich klicke unten auf „weiter“ und lande (mit beiden Macs) immer wieder bei Tag 7 … (;-(

    PSST! das liest sich wie nöhliges Gemotze – is aber ein getarntes Kompliment!!

    beste Grüße … und mit der Bitte um Info, wenn’s weiter geht …

    • Jonas sagt:

      Hallo Claus… 🙂 Vielen Dank fürs getarnte Kompliment! Ich freue mich, dass Dir die Einträge gefallen… Und es geht bald weiter. Ganz sicher… 🙂 Werde dich auch gern informieren! Liebe Grüße…

  2. Hoa Jonas
    Hab‘ auch gerade fünfmal „weiter gehen“ angeklickt! Super Bericht, bringt so viele Erinnerungen an meinen camino zurück – nimm‘ mich bitte weiter auf deinen mit!
    Liebe Grüsse von der Pilgeroma

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